Ein Exkurs vom antiken Arkadien über das "selbst-idyllisierende" Österreich ins "idyllrepräsentierende" Amerika.
Die romantische Vorstellung von Provinz als Ort des Unverfälschten, Unberührten, Unverdorbenen, also Unveränderten imaginiert Provinz als Territorium des Authentischen. Eine sehnsüchtige Projektion vom städtischen Standpunkt aus, die Authentisches als Erholungsidyll oder als idyllischen Lebensstil phantasiert. Dem entgegengesetzt existieren die Vorstellungen von Provinz als Zone der Ödnis, Langeweile, Rückständigkeit oder des Unbekannten.
Die Vorstellung, daß die Provinz unberührt vom "wirklichen" Leben (von alltäglichen städtischen Wettkampfmechanismen, Entsprechenmüssenanforderungen, Leistungsansprüchen, Tempo, etc.) sei, coexistiert mit der Vorstellung, dass das "wirkliche" Leben in der Provinz (Konzentration auf das Wesentliche, die Reduktion von Ablenkungsstrategien, Langsamkeit) zu finden sei. Die Provinz als imaginäre Region dualistischer Lebensmodelle ist Projektionsfläche momentaner Lebensbedingungen, spiegelt die Sehnsucht nach und die Angst vor dem Anderen wider. Die Sehnsucht nach dem Idyll/Anderen und gleichzeitig der Horror davor? Das Bild von der Provinz als Idyll und das idyllische Selbstbild als provinzieller Habitus sind Phänomene unterschiedlicher kultureller Identitäten.