Ist die Sehnsucht nach dem Anderen, nicht die Sucht nach dem anders sein des Selbst, Projektionen in die Ferne, auf den Anderen oder auf den anderen Ort, immer definiert durch das abwesend sein? Entstehungsmechanismen von Sehnsüchten, Ursache und Wirkung, innerhalb von Beziehungsstrukturen sowie deren identitätsbildender Aspekt sollen thematisiert werden. Private wie öffentliche Sehnsüchte, also subjektive selbstproduzierte und objektive fremdgenerierte. "Strategien der Verzögerung", um am sehnsüchtigen Zustand festzuhalten sind Methoden um das "real werden" zu verschieben. Was passiert in diesem Moment, kurz bevor Sehnsüchte wahr werden könnten, dominieren Ängste, werden Idealisierungs-Konstrukte, oder wird die Vielfalt von offenen Möglichkeiten von der Realität eingeschränkt und bedroht? Mangel, Ausgangsbasis von Sehnsüchten wird ästhetisiert und idealisiert und imaginär "behoben".

Die mediale Produktion von Massen-Sehnsüchten und somit die Vorprogrammierung von Sehnsüchten wird wettbewerbsmäßig vermarktet und ritualisiert, Verlust an Sein als Verlust an haben verkauft. Programm Sehnsucht.

Wie funktionieren diese medialen Sehnsuchtsmaschinerien, wie werden Sehnsüchte durch den Film generiert, inwieweit sind sie identitätsbildend und inwieweit bestimmen und verändern sie soziokulturelle Kontexte? Oder das Phänomen der medialen Sehnsucht nach Authentischen, ein Produkt des Überangebots von Imaginären?

Sehnsüchte als imaginäre Löcher in gesellschaftlichen Systemen um Funktionsmechanismen Gegenbilder gegenüberzustellen, die aber ihrerseits von jenen Systemen selbst generiert werden.